Eine Frau erobert die Bastion männlicher Eleganz

Coco Chanel war eine ebenso schillernde wie zwiespältige Persönlichkeit. Im Zweiten Weltkrieg paktierte sie mit Nationalsozialisten. Zeit ihres Lebens stieß sie Menschen vor den Kopf. Und doch hat sie die Mode des 20. Jahrhunderts nachhaltig verändert.

Um 1900 steckten die Frauen modisch und gesellschaftlich im Korsett. Einem Fischbeingestänge, dass die Taille dermaßen einschnürte, dass Frauen ober- und unterhalb wie ein Pompon aussahen. Chanel verweigerte sich dieser Mode. Stattdessen trug sie schlichte Blusen, Krawatten, sportliche Jacken. Sie hatte erkannt: Beweglichkeit bedeutet Macht. Und eroberte fortan die Bastion männlicher Eleganz, mit Passform und Proportionen, die sich dem Körper anpassen.

Zwar stellte sie nicht als Erste das Korsett infrage. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts experimentierte ihr Konkurrent Paul Poiret mit korsettlosen Silhouetten. Ihm ging es allerdings nur um die schöne Linie. Chanel dagegen wollte Frauen in jeder Hinsicht vom Korsett befreien. Ihre Mode machte das organschädigende Fischbeingestänge endgültig unpopulär. Mit Kleidung, die so perfekt sitzt, dass ihre Trägern keine Gedanken mehr darauf verschwenden muss und sich um andere Dinge kümmern kann.

Um die Spannung zwischen gesellschaftlichen Zwängen und modischer Emanzipation dreht sich der Vortrag „Coco Chanel – Die Frau hinter der Legende in Wort, Bild und Ton“. Ich erzähle, wie Chanel trotz schlechter Startbedingungen zu einer der erfolgreichsten Modeschöpferinnen ihrer Zeit wurde. Die Konzertakkordeonistin Andrea Knefelkamp-West lässt Atmosphäre jener Zeit aufleben, mit Chansons, Tänzen, klassischer Musik. Bild und Ton werden Rückblicke auf die Geschichte des Korsetts. 

Wenn Sie weitere Informationen wünschen, sprechen Sie mich hier an. 

Bild: Anke Barbara Schwarze und Andrea Knefelkamp-West erzählen in Wort, Bild und Ton von Coco Chanel – Der Frau hinter der Legende. – Foto: Leslie West